Foto Informationsveranstaltung Wohnungs-Suche am 29.09.2017

Wohnungssuche für Geflüchtete – Informationsveranstaltung in Steglitz-Zehlendorf am 29.09.2017

Veröffentlicht am Veröffentlicht in News, Wohnen

Das Willkommensbündnis Steglitz-Zehlendorf hatte Place4Refugees am 29.09.2017 eingeladen, eine Informationsveranstaltung für Ehrenamtliche zum Thema „Wohnungssuche für Geflüchtete“ durchzuführen.

Die Ehrenamtlichen des Bündnisses sind innerhalb ihres Bezirkes gut vernetzt und pflegen ein gutes Miteinander mit bezirklichen Institutionen, die sich um Geflüchtete kümmern. Dennoch bleibt die Wohnungssuche eines der herausfordernsten Themen angesichts der angespannten Wohnungssituation in Berlin. Place4Refugees diskutierte mit den Anwesenden, von denen viele bereits Erfahrungen mit der Suche nach Wohnraum haben, nach den geeignetsten Strategien für die Suche nach Wohnungen und WG-Zimmern für Geflüchtete.

Wohnungssuchende im laufenden Verfahren

Für Wohnungssuchende, die ihr Asylverfahren noch nicht beendet haben, bestehen hohe Hürden, an Wohnraum zu kommen, da viele Wohnungsgesellschaften Mieter mit (mehrjähriger) Aufenthaltserlaubnis bevorzugen, also nur an bereits anerkannte Geflüchtete vermieten wollen. Für noch nicht Anerkannte kann es ein Weg sein, über private Vermieter oder kleine Wohnungsgesellschaften eine Wohnung zu finden. Hier kann man eventuell eher mit dem Vermieter selbst ins Gespräch kommen und erläutern, dass der Mieter sicherlich länger hierbleiben wird, als es sein temporärer Ausweis vermerkt. Viele Leute wissen schlicht nicht, was eine Aufenthaltsgestattung mit „Restlaufzeit“ von nur noch 8-10 Monaten eigentlich bedeutet, und dass dieser Aufenthalt verlängert werden und der Betreffende vorerst weiter hierbleiben wird.

Die großen Wohnungsgesellschaften geben wenig Verhandlungsspielraum und agieren hier eher mit Grundsätzen wie „nur Jobcenterkunden“ oder „nur Mieter mit Aufenthaltserlaubnis von mindestens 2 Jahren“. Die schmalen Wohnkontingente, die per Vereinbarung zwischen dem Land Berlin und den sechs kommunalen Wohnungsgesellschaften auch für Kunden im laufenden Asylverfahren zur Verfügung stehen müssen, sind allzu schnell ausgeschöpft….letztes Jahr waren es nur ca. 550 Wohnungen, die auf diesem Wege des Kooperations-Vertrages zwischen Land Berlin/ Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) und den kommunalen Wohnungsgesellschaften an Geflüchtete vergeben wurden.

Empfehlungen für die Wohnungssuche

Nichtsdestotrotz suchen die potentiellen MieterInnen weiter: Insgesamt lautet hier die Empfehlung, seine Bewerbungsunterlagen sehr sorgfältig zusammen zu stellen und viel Mühe auf ein Anschreiben zu verwenden, in dem man einiges von sich und seinen Weg erzählt, um sich in der Menge potentieller MieterInnen hervorzuheben. Alle Erfahrungen zeigen, dass es darüber hinaus sehr hilfreich ist, wenn geflüchtete Familien Unterstützung durch deutsch sprechende Helfende bzw. „AltberlinerInnen“ erhalten. Place4Refugees empfiehlt, 1:1 Tandems zu bilden, so dass suchende Familie ein bis zwei Helfende hätten, die die Wohnungssuche partnerschaftlich unterstützen. Neuberliner sollten aktiv den Kontakt zu Initiativen suchen, die Tandems oder Partnerschaften anbieten. Auch ist es sinnvoll, einen persönlichen Kontakt zu Wohnungsgesellschaften herzustellen. Auf Internet-Mails wird oft gar nicht geantwortet. Besser ist es, direkt in die Vermietungsbüros zu gehen und nach Angeboten zu fragen.

Unterstützung bei der Wohnungssuche

Orte, an denen wohnungssuchende Jobcenter-Kunden selbst direkt im Internet Wohnungen suchen können und Hilfe bei einem Anschreiben und der Zusammenstellung der Unterlagen erhalten, sind noch rar gesät, aber entstehen langsam. In Zehlendorf wäre hierfür der Mittelhof e.V. zu nennen. Man kann sich dort zu bestimmten Sprechzeiten zur Wohnungssuche beraten lassen und auch Hilfe bei der Erstellung von Anschreiben erhalten.
Als unabhängige Initiative gibt es bezirksübergreifend das Angebot der AG Wohnungssuche im Bündnis Neukölln (siehe unseren Beitrag dazu). Die AG ist Kooperationspartner von Place4Refugees und bietet zweimal monatlich Beratung und Hilfestellung bei der Internetsuche vor Ort auf dem Computer an. Es sind arabischsprachige und farsisprachige Übersetzerinnen dabei, die im Auftrag von Place4Refugees mitmachen.

Letzlich aber – das war allen Anwesenden klar – muss das Problem strukturell angegangen werden, es muss neuer sozialer Wohnraum entstehen, damit die Berliner NeubürgerInnen nicht Jahre separiert in Tempohomes und modularen Bauten verbringen.

Der Einladungsflyer zur Informationsveranstaltung Wohnungssuche am 29.09.2017

Screenshot der Einladung zur Wohnungssuche-Schulung in Steglitz-Zehlendorf am 29.09.2017
Screenshot der Einladung am 29.09.2017

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